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Jeder weiß
spontan, was Raum ist: Innenraum, Außenraum, Wohnraum,
Weltraum, öffentlicher Raum, Klangraum, Kulturraum...
Räumlichkeit ist die dritte Dimension.
Bei näherem Besehen stellt man fest, dass Räume
von Material umgeben oder imaginär sind, Raum selbst
jedoch nicht vorhanden ist. Beispielsweise ist ein Wohnraum
das Innere eines materiellen, architektonischen Außen.
Der Raum selbst ist das Abwesende, das Dazwischen, der Hohlraum
der von außen begrenzt ist. Das mit Raum gefüllte
Behältnis ist wiederum umgeben von Raum, vom unendlichen
Raum, der Hülle aller Dinge.
Jeder Raum definiert sich aus seinen Begrenzungen. Die sinnliche
Wahrnehmung seiner Grenzen macht ihn als Raum erfahrbar; wobei
seine visuelle Wahrnehmung durch Hören, Riechen, Tasten
ergänzt wird. Für die Raumwahrnehmung ist es unerheblich,
ob die Grenzen des Raums aus durchgängig abgeschlossenen
Flächen oder aus Linien, Punkten oder Andeutungen bestehen.
Die Begrenzungen können immaterieller Natur sein und
einen Raum vorausahnen lassen. Er muss auch nicht notwendigerweise
klar abgegrenzt sein, sondern seine Grenzen können uneindeutig,
diffus sein, wie bespielsweise bei Licht oder Klang.
Neben der Raumdarstellung spielen Wünsche, Einbildungskraft,
Vorprägung und Erinnerung des Betrachters eine große
Rolle.
Bewegung ist die Veränderung der Position im Raum. Erst
durch Bewegung wird Räumlichkeit erlebbar und verdeutlicht
die Verschränkung von Raum und Zeit. Bewegung, die tatsächliche
und die vorgestellte, erlaubt die Einschätzung von Größe
und Dimension. Unbestimmte Leere wird bestimmt.
Die Existenz des Weltraums ist vorstellbar durch das Vorhandensein
der Gestirne. Einerseits existiert zwischen Ihnen und der
Erde Raum und Zeit, andererseits bedingt das Fehlen einer
den Weltraum abschließenden, materiellen oder immateriellen
Begrenzung, diesen ausschließlich theoretisch, wissenschaftlich
erfassen und definieren zu können. Die Infragestellung
auch anerkannter Theorien verdeutlicht die Schwierigkeit des
Unterfangens.
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Die Qualität
des Raums ist das Spannungsverhältnis des Wahrnehmenden
zu den Begrenzungen. Texturen, Gestaltungen, Anordnungen,
Ryhtmen beeinflußen die Wirkung- Tiefe, Dichte und Offenheit-
des Raums.
Ein Bild kann in sich keinen Raum- auch keine Gegenstände-
erzeugen, es kann lediglich Abbild sein. Der Raum im Flächenbild
wird durch Hilfsmittel geschaffen. Darstellungen durch Licht
und Schatten, Perspektiven, Wänden u.ä. bilden künstliche
Grenzen und Raumtiefen, in denen gedachte Bewegungen virtuelle,
eingefrorene Räume entstehen lassen.
Der virtuelle Raum ist der nicht existierende (Hohl)- Raum.
Er entsteht überall dort, wo seine Begrenzungen vorgetäuscht
oder abgebildet wird, beispielsweise im Trompe d'oeil, im
Foto, im Film oder in der bildenden Kunst. Bewegung kann im
virtuellen architektonischen Raum- auch im Film- nicht stattfinden.
Ein Objekt befreit sich quasi aus seiner Zweidimensionalität,
die es ihm erlauben würde, Abbild zu sein. Seine äußeren
Begrenzungen machen es zum autonomen, räumlichen Objekt.
Der Körper selbst ist kein Raum. Er steht vielmehr in
ihm, er verdrängt Raum. Seine Kanten und Flächen
bilden nun die Grenzen zum verbleibenden Raum.
Um Objekte kann der Betrachter herumgehen, er kann sie von
allen Seiten betrachten. Bewegung eröffnet theoretisch
unendlich viele Möglichkeiten einer Wahrnehmung des Objekts,
es wird dreidimensional.
Die Wechselbeziehung zwischen dem Betrachter und dem Betrachteten
umgibt jedes Objekt mit einem diffusen Umraum, einem Bildraum.
Die Intensität der entstandenen Bildräume ist bestimmt
von der Kraft der erzeugten Spannungsfelder, der Dynamik der
Anziehung und Abstoßung und kann von jedem Betrachter
unterschiedlich erlebt werden.
Bildräume- Raumüberlappungen, Raumdurchdringungen-
stören die alte, konstruierte Ordnung des Raums und definieren
diesen neu.
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